Festakt in Nürnberg

Gut verwurzelt in die Zukunft

100 Jahre Waldorfkindergärten: Festakt in Nürnberg eröffnet in Bayern unser Jubiläumsjahr

Mit einem feierlichen Festabend eröffnete die Landesregion Bayern am 30. Januar in der Rudolf Steiner-Schule in Nürnberg das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der Waldorfkindergärten. Pädagoginnen und Pädagogen, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verbänden, langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie zahlreiche Familien kamen zusammen, um eine Idee zu feiern, die seit 1926 Bestand hat: Kindern geschützte Entwicklungsräume zu geben, in denen sie sich in ihrem eigenen Tempo entfalten können.

Nach einem Sektempfang mit Geburtstagskuchen gab es eine Begrüßung durch Florian Abel, Vorstand des Rudolf Steiner-Schulvereins Nürnberg e.V.. Grußworte sprachen in Vertretung des Oberbürgermeisters Andreas Krieglstein, sowie Frank Kaliss, Vorstand der Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V.. Schriftliche Glückwünsche übermittelte die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf.

In ihrem Festvortrag spannte Susanne Altenried, Waldorfkindergärtnerin, Mitglied im Geschäftsausschuss und Pädagogische Fachberatung, unter dem Titel „Gut verwurzelt in die Zukunft – Wie kann die Waldorfpädagogik die Kinder für ihren Weg stärken?“ den Bogen von den mutigen Anfängen der Waldorfkindergartenbewegung vor 100 Jahren bis zu den Herausforderungen der Gegenwart. Ihr Vortrag machte deutlich, dass die Waldorfpädagogik nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Beziehungsqualität, Achtsamkeit und der unverstellte Blick auf das einzelne Kind bilden damals wie heute ihr Herzstück. Die Kinder brauchen den feinfühlig gestalteten Entwicklungsraum heutzutage mehr denn je.

Mit einer zauberhaften Lichtjonglage von Florentin Spötzl mit Cellobegleitung seiner Schwester Hanna wurde der Abend feierlich abgerundet.

 

Am Samstag schloss sich ein Fortbildungstag für alle bayerischen Waldorfkindergärten an. Gut 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen nach Nürnberg. Felicia Holland, Priesterin der Christengemeinschaft, Hebamme und Dozentin, thematisierte in ihrem Vortrag „Wie kann ich wollen was ich tue?“ die Herausforderung, im Alltag und in der Arbeit nicht den Kontakt zu sich und der geistigen Welt zu verlieren und zeigte Wege auf, Kraftquellen zu finden. In 10 Werkstätten konnten sich die Kolleginnen am Nachmittag vertiefend mit vielfältigen Themen wie Inklusion, Reigen, Natur, Resonanz, Singen, das kleine Kind, Lebensprozesse, Zusammenarbeit mit Eltern, Religiosität,…, auseinandersetzen. Im abschließenden Plenum war deutlich zu spüren, dass dieser Tag Raum für Inspiration und die gemeinsame Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis gegeben hat.

„Wer ist das Geburtstagskind?“ – Mit dieser Frage hatte Felicia Holland ihren Vortrag eröffnet…um dieser Frage nachzugehen, ist der Anfang gemacht. Es folgen ja noch weitere Gelegenheiten, es zu suchen und zu finden,-wir fühlten uns auf jeden Fall alle beschenkt!

Susanne Altenried